{"id":242,"date":"2017-12-06T14:19:04","date_gmt":"2017-12-06T14:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/lisasbuecherleben.de\/?p=242"},"modified":"2019-02-04T15:13:42","modified_gmt":"2019-02-04T15:13:42","slug":"was-zum-henker-macht-eigentlich-ein-lektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lisasbuecherleben.de\/?p=242","title":{"rendered":"Was zum Henker&#8230; macht eigentlich ein Lektor?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Okay, Lisa &#8211; ist ja sch\u00f6n, dass du in der Buchbranche arbeitest. Aber was genau treibst du da eigentlich den ganzen Tag? Was ist dein Job? Und was macht eigentlich dieser mysteri\u00f6se &#8222;Lektor&#8220; den ganzen Tag, um den sich so viele Mythen ranken und der alle sein wollen, aber niemand ist?<\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind genau genommen zwei Fragen. Ich fange mal mit der einfacheren an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist dein Job?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin Volont\u00e4rin in einem Wissenschaftsverlag &#8211; mein Volontariatsschwerpunkt ist das Lektorat. Gerade arbeite ich also der tats\u00e4chlich richtig echten Lektorin des Verlags zu. Das kann bedeuten, dass ich Texte (oder Kalender^^) setze, Artikel auf Fehler \u00fcberpr\u00fcfe, Sprachproben durchh\u00f6re oder auch mal eine Werbekampagne bei Facebook schalte. Das Sch\u00f6ne daran: Ich muss wirklich seltenst nach neuer Arbeit fragen, meistens ergibt sich irgendwas Neues, dem ich mich ungefragt widmen kann. Das kenne ich aus Praktika bisher so gar nicht &#8211; es sorgt daf\u00fcr, dass ich mich besser eingebunden f\u00fchle und nicht immer mit schlechtem Gewissen jemanden &#8222;nerven&#8220; muss, damit er\/sie mich mit irgendwas m\u00f6\u00f6\u00f6glichst Sinnvollem besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-VHBiYUnTQio\/WiP_JEvIqpI\/AAAAAAAACiQ\/gu2nVHigFOARfXqZA7VExWvyttOS-fhFQCLcBGAs\/s1600\/schlaubuch.jpg\" data-blogger-escaped-style=\"clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-VHBiYUnTQio\/WiP_JEvIqpI\/AAAAAAAACiQ\/gu2nVHigFOARfXqZA7VExWvyttOS-fhFQCLcBGAs\/s320\/schlaubuch.jpg\" width=\"320\" height=\"240\" border=\"0\" data-blogger-escaped-data-original-height=\"720\" data-blogger-escaped-data-original-width=\"960\"><\/a>Trotzdem ist die Arbeit entspannt &#8211; im Verlagshaus ist es selten mal richtig chaotisch, denn es kommen niemals zwanzigtausend Deadlines auf einen zu, es laufen nie zwanzigtausend Werbekampagnen gleichzeitig, weil die Literatur und ihre Leser speziell sind und jeder seinen festen Bereich hat. Der Fokus des Verlags liegt nicht auf &#8222;m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viel, das sich m\u00f6glichst gut verkauft&#8220;, sondern eher auf &#8222;m\u00f6glichst sorgf\u00e4ltig m\u00f6glichst Zielgruppengenaues&#8220;. Das entschleunigt, erh\u00f6ht aber auch den Druck &#8211; man will ja einem gewissen Qualit\u00e4tsstandard gerecht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lektorin meines Verlages entscheidet gemeinsam mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, welche Ver\u00f6ffentlichungen sinnvoll und umsetzbar sind und steht in engem Kontakt mit den AutorInnen, mit denen st\u00e4ndig aktuellere Versionen ihrer Manuskripte ausgetauscht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-Wjl2P69lrSQ\/WiQGSBcv63I\/AAAAAAAACig\/Jst3lE5Qvycf26mRt2mEncYccLyr0motQCLcBGAs\/s1600\/korrektur.jpg\" data-blogger-escaped-style=\"clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-Wjl2P69lrSQ\/WiQGSBcv63I\/AAAAAAAACig\/Jst3lE5Qvycf26mRt2mEncYccLyr0motQCLcBGAs\/s320\/korrektur.jpg\" width=\"320\" height=\"239\" border=\"0\" data-blogger-escaped-data-original-height=\"719\" data-blogger-escaped-data-original-width=\"960\"><\/a><strong>Und was macht nun ein Lektor generell?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das kommt immer ganz auf den Verlag an, in dem er\/sie arbeitet. Reden wir von einem gro\u00dfen Publikumsverlag? Dann wird der\/die LektorIn eher ein Projektmanager sein, einzelne B\u00fccher auf dem Weg zur Ver\u00f6ffentlichung betreuen und das Verlagsteam anweisen, auf genau diese hinzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An anderer Stelle wird der\/die LektorIn eher ein\/e KorrektorIn sein. Manuskripte sichten, Fehler korrigieren, \u00c4nderungen mit dem\/der AutorIn absprechen sind dann eher die passenden Aufgabengebiete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder anderswo werden im Lektorat wirtschaftliche Entscheidungen getroffen &#8211; welche B\u00fccher passen zum Verlag? Was verkauft sich? Was ist realisierbar? Der\/die Lektorin f\u00fchrt dann Kalkulationen durch, errechnet f\u00fcr jedes Manuskript Ausgaben und den voraussichtlichen Ertrag. Nat\u00fcrlich gibt es dann auch noch die Kombination aus all diesen Aufgaben &#8211; und dann wirds ganz bunt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Arbeit als LektorIn ist immer Einarbeitung pur. Man muss lernen, sich auf den Verlag, in dem man arbeitet, einzulassen &#8211; m\u00f6glichst wei\u00df man schon vorher, um was genau es (bei den ver\u00f6ffentlichten B\u00fcchern) geht. Denn je nachdem muss man fachliches Wissen mitbringen (als Jurist in einem Verlag f\u00fcr medizinische Fachb\u00fccher zu arbeiten, wird einen nicht unbedingt gl\u00fccklich machen). So oder so wichtig ist aber Stressresistenz, Wille zur Kommunikation (mit AutorInnen und KollegInnen), ein sicheres Sprachbewusstsein und vielleicht ein bisschen Organisationstalent &#8211; das macht den Beruf des\/der LektorIn auch besonders attraktiv f\u00fcr Quereinsteiger aller Branchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay, Lisa &#8211; ist ja sch\u00f6n, dass du in der Buchbranche arbeitest. 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